Marginalien zur Nachttanzdemo 2007 in Frankfurt(M.).

Der Aufruf (in der ungekürzten, zweiseitigen Ausführung) zur diesjährigen Nachttanzdemo in Frankfurt(M.) nimmt das Dilemma, in dem sich diese „Intervention in party- und kulturpolitische Diskurse“ befindet schon vorweg: „Die Party als Freiraum wird tatsächlich nicht nur durch ‘äußere’, staatliche Einschränkungen verunmöglicht, sondern durch vielerlei Aspekte aus dem setting der Party selbst.“

Ein schwer zu vernachlässigender Aspekt, die Mehrheit der Teilnehmer_innen, ein „breites Spektrum von Kulturschaffenden, Studierenden, Ultras, sozialen Intitiativen und autonomen Antifas“ [PM der Autonomen Antifa [F]], stand an diesem Abend der Schaffung eine Raums, frei von „den allgegenwärtigen rassistischen, sexistischen Diskriminierungen“, „Heterosexismus und Zweigeschlechtlichkeit“ [aus dem Aufruf], gründlich im Weg. So prägten besonders unzählige Palituch-Träger_innen sowie Macker und Lokalpatrioten (Eintracht-Ultras und -Hools) unwidersprochen das Bild des vermeintlichen Freiraums.

Während die Autonome Antifa [F] die Trägerin eines Deutschland-Base-Caps noch relativ schnell des Antifa-Wagens verwies, störte sich an dem Palituch-Träger mit Che Guevara-Button, der dort vom Theatertunnel an bis zum Erreichen der Alten Oper tanzte, scheinbar niemand.

Die Duldung antimodernistischer, antisemitischer Symbolik vor allem in unmittelbarer Nähe der vermeintlich progressiven Wägen (IvI und [F]) sowie der grundsätzliche Pakt mit dem linksdeutschen Partyvolk ließ die Idee eines temporären Freiraums mangels durchgesetzter Inhalte gründlich scheitern.